Montag, 20. März 2017

Kreative Ferienworkshops im Kunsthaus Dahlem

Kunstpädagogische Angebote im Kunsthaus Dahlem 2017

mit Marian Fuchs & Laura C. Mang (www.beartofit.de)

Foto: be art of it 2017 // Laura C. Mang

Im letzten Winterferien-Workshop „beeinDRUCKend“ unter Leitung von Laura C. Mang und Marian Fuchs(www.beartofit.de)entstanden zahlreiche kreative Bildcollagen. Bei gemeinsamen Rundgängen durch die Ausstellungshalle im Kunsthaus Dahlem wurden „Lieblings“-Objekte zeichnerisch festgehalten. Es entstanden individuelle Zeichnungen der teilweise stark abstrahierten Skulpturen die anschließend in den Linolschnitt übertragen und farbig gedruckt wurden. Schließlich konnten die Kinder mit den gesammelten Ergebnissen auf einer eigenen Leinwand eine farbige Bild-Collage gestalten.

Foto: be art of it 2017 // Laura C. Mang


Der nächste Workshop MALERISCHER BRÜCKENSCHLAG. Abstrakte Figuren – Exotische Welten“ findet in den Osterferien statt. 
Gemeinsam wird ein Ausflug ins Kunsthaus Dahlem und das benachbarte Brücke-Museum unternommen. Dabei lassen sich die Kinder von abstrakten Figuren und expressiven Landschaftsmalereien inspirieren. Mit spielerischen Zeichenübungen legen sie vor den Originalen eine Skizzensammlung an, die dann an den weiteren Tagen zur Umsetzung eines Acryl-Gemäldes auf Leinwand dienen wird. 
Es wird farbenfroh und exotisch!

TERMIN:
Mo 10.04. - Mi 12.04. 2017
jeweils von 10.00 bis 14.00 Uhr(ab 7 Jahren)

VERANSTALTUNGSORT:
Nord-Grundschule Zehlendorf
Potsdamer Str. 7, Berlin 14163, Kunstraum in der 2. Etage
PREISE
Dauer: 3 Tage // insg. 12 Std.
35€ + 5€ Materialbeitrag // Eintritt frei
Das Angebot wird von der neuen Jugendkunstschule Steglitz-Zehlendorf (Yougend Kunst Campus) unterstützt.
ANMELDUNG & INFORMATION:
Leitung: be art of it, Laura C. Mang & Marian Fuchs
info@beartofit.de // +49 (0)176 / 231 039 


*** Marian Fuchs, Bildende Künstlerin & Laura C. Mang, Kunsthistorikerin und Kunstpädagogin, bieten neben Ferienworkshops auch Rundgänge für Schulklassen und Wochenend-Workshops im Kunsthaus Dahlem an.Informieren Sie sich gerne unter www.beartofit.de

Foto: be art of it 2017 // Laura C. Mang

Donnerstag, 9. Februar 2017

Mitten im Atelier - Ipoustéguy

In den Jahren 1971-72 wurde der große zentrale Raum des ehemaligen Atelierhauses am Käuzchensteig in acht kleinere Atelierräume unterteilt, um an KünstlerInnen vermietet zu werden. In unserer Reihe „Mitten im Atelier“ stellen wir einige dieser KünstlerInnen vor.


„Vergessen Sie nicht, dass Sie auf eigene Gefahr zum Bildhauer werden!“ – sagte der Kunstkritiker Daniel-Henry Kahnweiler zu Ipoustéguy, bevor dieser sich als einer der bedeutendsten europäischen Bildhauer seiner Zeit auszeichnete. Sein Werk umfasst 612 Skulpturen und ca. 3000 Zeichnungen und ist in vielen Ländern präsent, sei es im öffentlichen Raum oder in bekannten Museen. Jedoch wird sein Name in Studien über moderne Kunst kaum erwähnt und sein Werk oft unterschätzt – hier lesen Sie das Porträt eines spannenden Künstlers des letzten Jahrhunderts.

Ipoustéguy wurde 1920 in Dun-sur-Meuse (Frankreich) geboren. Im Gegensatz zu vielen damaligen Künstlern hat er keine Kunsthochschule, sondern ausschließlich 1938 die Abendkurse für Zeichen und Malerei von Robert Lesbounit besucht; danach hat er autodidaktisch gelernt und gearbeitet. Nach seinem Umzug 1949 ins neue Atelier von Choisy-le-Roi widmet er sich der Bildhauerei. Schnell findet er Zugang zur Künstlergruppe „Salon de Mai“ sowie in die Galerie Claude-Bernard, mit der er bis zum Anfang der 1980er Jahre zusammenarbeitet. Ab den 1960iger Jahren etabliert er sich als wichtiger Künstler der Nachkriegsmoderne: Er bekommt eine Reihe von öffentlichen Aufträgen, nimmt 1964 an Veranstaltungen wie der Documenta III oder der Biennale Venedig teil und wird in vielen Museen ausgestellt. Seine Arbeit wird u.a. durch den Bright-Preis 1964, den Grand Prix National des Arts 1977 und seine Mitgliedschaft in der Académie Française gewürdigt. 2001 wird das kulturelle Zentrum Ipoustéguy in Dun-sur-Meuse eröffnet, in dem sich viele seiner Werke befinden. 2003 kehrt er in seine Heimatstadt zurück und stirbt drei Jahre später in Doulcon (Frankreich).

Ipoustéguys Kunst ist keine dekorative, sondern eine komplexe, gewalttätige, gequälte Kunst. Um den Stil des Bildhauers besser zu erfassen, ist seine Reise nach Griechenland 1962 von zentraler Bedeutung: Ab diesem Zeitpunkt stellt er wieder den menschlichen Körper in den Mittelpunkt seines Werkes. Dadurch vernachlässigt er die abstrakte zugunsten einer surrealistischen Prägung, da er sich „wegen [seiner] Leidenschaft für Bilder“ (Ipoustéguy, Jahr unbekannt) mit dem Surrealismus eng verbunden fühlt. Durch die Darstellung von verletzten oder leblosen Körpern stellt der Bildhauer seinen eigenen Schmerz dar; sehr oft ist der Mensch seiner Umwelt bzw. der industrialisierten Gesellschaft untergeordnet und wird vom Künstler mechanisiert. Mit einer großen Vielfalt von Materialen geht der Bildhauer um. Indem er sog. „feste“ Materialen wie Metall dafür benutzt, die Textur von Papier oder gewisse Spannungslinien darzustellen, hinterfragt er die Ideen von Dauerhaftigkeit und Beständigkeit, die eine zentrale Rolle in seiner Kunst spielen. Themen wie Eros und Tod bilden auch einen Schwerpunkt seiner Arbeit.

Ipoustéguys Werk behandelt Fragen, die alle Menschen beschäftigen: Durch seine Monumentalität beruft es sich auf alte Traditionen und Mythen, ist aber auch ein „Appell an das Bewusstsein, die Widersprüche, die Sorgen und die Fehler des modernen Menschen„ (Ipoustéguy, Jahr unbekannt). Skulpturen wie L’homme (1963), Le mangeur de gardiens (1970), Der Mensch baut seine Stadt vom ICC-Platz in Berlin (1979), die vier Statuen des Louis-Pradel-Platzes in Lyon (1982) oder A la santé de la révolution (1999) erweisen sich hierbei als exemplarisch. 

Donnerstag, 19. Januar 2017

"Bespielbare Skulptur" und die Camaro-Stiftung

Seit dem 13. Januar ist unsere Ausstellung „Bespielbare Skulptur - Das Bühnenbild für Faust II von Alexander Camaro und Bernhard Heiliger“ auf der Galerie des Kunsthauses zu sehen. Dies ist die perfekte Gelegenheit, Ihnen Alexander Camaro und die Camaro-Stiftung als unseren Kooperationspartner vorzustellen!


Sehr früh steht der 1901 geborene Camaro in Verbindung mit Kunst: Nach seiner Ausbildung in Akrobatik und Artistik, seinem Studium der Malerei und seiner Ausbildung im freien Tanz, engagiert er sich ab 1931 als Solotänzer, Ballettmeister, Kabarettist und Leiter einer Tanzgruppe. Nach dem Krieg kehrt er nach Berlin zurück und fängt eine sehr produktive malerische Phase an: 1946 bekommt er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Rosen und nimmt den Künstlernamen Camaro an. 1949 ist er Mitbegründer des surrealistisch geprägten Künstlerkabaretts „Die Badewanne“, wo er als Maler, Tänzer und Pantomimekünstler tätig ist; er nimmt auch an der Künstlergruppe „Prolog“ teil. Nach seiner Heirat mit Renata Gentner 1966 bezieht er 1971 ein Atelierhaus in Kampel, wo sie neben ihrem Sitz in Berlin arbeiten. 1992 stirbt er in der Hauptstadt. Die Qualität seiner Arbeit wurde durch Auszeichnungen, seine Professorstelle in Berlin und seine Mitgliedschaft an der Akademie der Künste gewürdigt.

Kein Wunder, dass Camaro seine Laufbahn als Hochseilsartist begonnen hat: Seine ganze Karriere ist durch einen permanenten Hochseiltanz zwischen unterschiedlichen Kunstformen gekennzeichnet. Als Solotänzer tritt er zum ersten Mal 1930 in Wigmans Choreographie des „Totenmals“ von Talhoff auf und ist bis 1944 an vielen Tanzaufführungen in Deutschland und im Ausland beteiligt. Als Maler wird er zunächst von dem Expressionismus seines Lehrers Otto Mueller beeinflusst. Seine bevorzugten Themen sind mit seinem eigenen Leben verbunden: Theater, Zirkus und deren Artisten, Frau oder Natur. Mit der Zeit widmet er sich sowohl der Figuration, wie beim Bilderzyklus „Dem Hölzernen Theater“ 1945/46, als auch der Abstraktion, wie in seinen „Instrumentenbildern“ der 1960erJahre. Als Regisseur drehte er eine Reihe von experimentellen surrealistisch geprägten Filmen. Als Schriftsteller hinterließ er zahlreiche poetische Texte aus Tage- und Notizbüchern.

Kurz vor ihrem Tod 2009 gründete Renata Camaro die Camaro-Stiftung. Diese hat seit 2011 ihren Sitz in einem historischen Gebäude an der Potsdamerstrasse, das 1893 im Auftrag des Vereines Berliner Künstlerinnen und Kunstfreundinnen und des Viktoria-Lyceums erbaut wurde. Ziel der Stiftung ist es, das künstlerische Erbe des Künstlerpaars zu bewahren und deren Werk in die Öffentlichkeit zu tragen. Sie bemüht sich auch darum, zeitgenössische Kunstprojekte in vielen Bereichen zu fördern. Mehr über Ausstellungen und Camaros Werk erfahren Sie unter: http://www.camaro-stiftung.de/

Im Kunsthaus Dahlem zeigt die neue Ausstellung Lithographien von Camaro und Heiliger, die 1966 anlässlich ihrer Zusammenarbeit mit dem Regisseur Ernst Schröder für die Inszenierung von Faust II im Schillertheater entstanden sind. Camaro, der die Kostüme entwarf, zeichnete sich durch seine Modernität und seinen Antikonformismus aus: Bei der Aufführung ließ er Engel grotesk vermummt auf die Bühne treten, Mephisto in Blue Jeans das gewohnte Bild brechen – und wurde deswegen von der damaligen Kritik belohnt.

Dauer der Ausstellung: bis 27. März 2017
Öffnungszeiten: täglich außer Dienstag, 11-17h

Auf Ihren Besuch freuen wir uns schon!

Donnerstag, 12. Januar 2017

Die nächsten Veranstaltungen des Kunsthauses

Mit der Finissage der Interventionen-Reihe am 7. Januar hat schon das Jahr 2017 für uns sehr schnell angefangen – aber was erwartet Sie in den nächsten Wochen? Hier eine kleine Vorstellung unserer kommenden Veranstaltungen!

Mit vier neuen Ausstellungen wird 2017 ein großartiges Jahr für das Kunsthaus Dahlem sein. Am 13. Januar Beginnt unsere Ausstellung „Bespielbare Skulptur - Das Bühnenbild für Faust II von Alexander Camaro und Bernhard Heiliger“ . Hierbei werden Lithographien von Bernhard Heiliger und Alexander Camaro vorgestellt. Diese sind 1966 anlässlich ihrer Zusammenarbeit mit dem Regisseur Ernst Schröder für die Inszenierung von Faust II im Schillertheater entstanden. Schon jetzt hat die Berliner Zeitung die Ausstellung als Tagestip aufgenommen. Von April bis Juni werden wir dann auf der Galerie Werke von Fritz Kühn ausstellen. Danach kommt unsere größte Ausstellung des Jahres „Alte/Neue Heimat“, die sich dem Werk von emigrierten und rückkehrenden Künstlern bzw. Künstlerinnen widmet und von Juni bis September zu sehen sein wird. Für den Umbau wird das Haus vom 17. bis 29 Juni geschlossen sein. Zur Eröffnung ist dann hoffentlich auch endlich unser Cafe fertig. Schließlich wird von September bis Dezember unsere Ausstellung „Achim Freyer und seine Zeitgenossen“ das Jahr 2017 beenden.

Im Jahr 2017 geht es mit den Kunst-Workshops des Kunsthauses weiter. Es fängt mit den Wochenendeworkshops am Samstag, den 28. Januar und den 25. Februar von 11 bis 13Uhr an. Nach einem Rundgang durch die Dauerausstellung „Porträt Berlin. -Künstlerische Positionen der Berliner Nachkriegsmoderne 1945-1955“ können die Teilnehmer ihre eigene Kunstwerke schaffen – also eine tolle gemeinsame Aktivität für Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen.  Vom 30. Januar bis zum 1. Februar , jeweils von 10 bis 14h, findet aber auch unser großer Workshop „beeinDRUCKend! Kreative Bildcollagen auf Leinwand“ statt. Es geht hier um ein ganz originelles Prinzip: Bei gemeinsamen Rundgängen durch die Ausstellungshalle im Kunsthaus Dahlem werden „Lieblings“-Objekte zeichnerisch festgehalten. Diese Zeichnungen werden dann in den Linolschnitt übertragen und farbig gedruckt, bevor die teilnehmenden Kinder mit den gesammelten Ergebnissen auf einer eigenen Leinwand eine farbige Bild-Collage gestalten.

Auf dem Programm des Kunsthauses steht schließlich eine Reihe von interessanten Vorträgen über die Kunst der Nachkriegsmoderne. Am Mittwoch, den 11. Januar um 19h hat Frau Dr. Dorothea Schöne, die Künstlerische Leitung des Kunsthauses, ihre Dissertation „Freie Künstler in einer freien Stadt“ in der Hegenbarth-Sammlung vorgestellt. Am Montag, den 06. Februar um 19h30 hält sie im Rahmen der Ausstellung „Henry Moore. Impuls für Europa“ im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster einen Vortrag über „Kunstförderung als Demokratieförderung“. Sie widmet sich hier dem Thema der kultur- und kunstförderungspolitischen Situation nach dem 2. Weltkrieg im Lichte der politischen Blockbildung und der Besatzungsmächte. Vor ihrem Vortrag bietet Frau Schöne gemeinsam mit der Kuratorin Frau Dr. Prisig-Marshall eine Führung durch die Ausstellung  an. Und schließlich lädt Sie die Bernhard-Heiliger-Stiftung am Dienstag, den 14. Februar um 19h zum Vortrag von Prof. Dr. Wolfgang Ruppert „In der Macht des Zeitgeistes? Arno Breker und Bernhard Heiliger“ herzlich ein.


Mehr Infos finden Sie auf der Website des Kunsthauses Dahlem. Wir freuen uns schon auf Ihren Besuch!

Donnerstag, 5. Januar 2017

Interventionen - Wenn das Kunsthaus zum Ort des Schaffens wird

Ein frohes und gesundes neues Jahr wünscht Ihnen das Kunsthaus Dahlem! Bei uns fängt schon das Jahr 2017 dynamisch an: Am 7. Januar findet die Finissage der Interventionen von Kunststudenten aus Dresden statt. Wie bei der Tanzaufführung Morphing Lines im November-Dezember sind die Interventionen ein sehr gutes Beispiel dafür, dass das Kunsthaus sich nicht ausschließlich als Ausstellungsraum, sondern auch als Raum des künstlerischen Schaffens versteht. Weitere Details zu diesem tollen künstlerischen Projekt finden Sie hier! 


Franziska Stolzenau (*1986 in Weimar), Block, (20204144, 2016 / Performance

Die Interventionen stützen sich auf eine Partnerschaft zwischen dem Kunsthaus Dahlem und achtzehn Studenten der Hochschule für Bildende Künste Dresden, die bei Prof. Ralph Kerbach und Prof. Christian Sery studieren. Aufgabe der ausgewählten Künstler bzw. Künstlerinnen war es, sich mit der bewegten Geschichte des Ortes oder mit Werken der Dauerausstellung zu beschäftigen, um dies als Inspiration eines für das Kunsthaus geschaffenen Werkes zu nutzen. Ab dem 28. August wurden dann die Werke nacheinander und an verschiedenen Orten des Kunsthauses ausgestellt. Durch diesen ständigen Wechsel entstand ein dynamischer Dialog zwischen Kunst und dem Kunsthaus, der durch eine große Vielfalt von Werken bereichert wurde. 


Da die Dresdner Studenten keineswegs dazu verpflichtet waren, sich in einem bestimmten Material oder einer bestimmten Form auszudrücken, zeigen die Werke ganz deutlich, wie die persönliche Wahrnehmung und Bildung auf ganz unterschiedliche Weise das eigene Schaffen bestimmt. Einige Kunstschaffende haben sich für Malerei, Film oder Fotografie entschieden, während andere sich der Bildhauerei, der Performance oder der Umsetzung von Installationen gewidmet haben. Themen wie unsere Beziehung zu der Kunst und ihren verschiedenen Formen, unser Verhältnis zur Zeit und zur Geschichte sowie die Auseinandersetzung mit der Kunst des 20. Jh. sind dadurch erwähnt worden. 

Die vier letzten Künstler, die noch bis zum 8. Januar im Kunsthaus ausgestellt sind, spiegeln sehr gut diese inhaltliche und formale Vielfalt wider: Während Shengjie Zongs Gemälde die „Symbolhaftigkeit“ von Werken behandeln, stellt Janina Stach mit ihren Fotografien die Frage des Urheberrechts und des Erinnerns. Die Installation von Jessica Ostrowicz behandelt das Thema der Tradition, Michael Broschmann wiederum hinterfragt durch seine Skulptur die Beziehung zwischen Materiellem und Immateriellem. Die Singularität jedes Stückes bietet also dem Besucher bzw. der Besucherin eine neue Reflexion über das Haus und seine historische Wirkung. 

Wir laden Sie sehr herzlich zur Finissage der Interventionen am 7. Januar um 18Uhr ein. Matthias Flüge, der Rektor der Hochschule für Bildende Kunst Dresden, wird das Grußwort halten. Das kann natürlich auch eine Gelegenheit sein, sich die Werke der vier oben genannten Künstler vor dem Ende der Interventionen anzuschauen!

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Website Kunsthaus Dahlem in Leichter Sprache

Zum Jahresende freuen wir uns über die Freischaltung unserer Website in Leichter Sprache – ein weiterer Schritt, das Kunsthaus barrierefrei zu gestalten und es so noch mehr Menschen zugänglich zu machen!

Leichte Sprache ist nicht nur ein wichtiges Kommunikationsmittel für Menschen mit kognitiven Einschränkungen sondern auch für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit geringen Deutschkenntnissen sinnvoll.

Alle wesentlichen Inhalte wurden vom Büro capito Berlin – Büro für barrierefreie Information in Leichte Sprache übersetzt, geprüft und nun freigegeben (http://www.capito-berlin.eu).



Dienstag, 20. Dezember 2016

Französische Schüler lernen das Kunsthaus kennen

Die Zusammenarbeit mit Schulklassen ist eine Aufgabe, die uns sehr am Herzen liegt – was auch ein Grund dafür ist, dass alle Schüler freien Eintritt in das Kunsthaus bekommen. Was haben wir bei unserem letzten Projekt gemacht und warum könnte eine Führung von Interesse für Ihre Schüler sein? Das erfahren Sie hier.

Am Mittwoch, den 14. Dezember hat uns die Abibac-Klasse* vom Lycée Clémenceau aus Montpellier besucht. Jedes Jahr organisieren die Abibac-Lehrer eine Reise nach Berlin mit ihren Schülern der 13. Klasse. Dadurch können sie wichtige Orte der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts besichtigen, wie z.B die East Side Gallery, das Brandenburger Tor oder das Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Anfang Oktober habe ich also Frau Helmreich, die deutsch-französische Geschichtslehrerin des Gymnasiums und eine der Organisatorinnen kontaktiert, um sie mit ihren Schülern ins Kunsthaus einzuladen. Sie war sehr begeistert und ein paar Wochen später stand die Führung auf dem Programm der Reise im Jahr 2016.

Bei der Führung des Kunsthauses wurden zahlreiche Themen erwähnt: Die Durchsetzung der NS-Kunst zwischen 1933 und 1945, das Beispiel Arno Brekers als Staatskünstler und die Geschichte seines Ateliers sowie die Rehabilitierung der sogenannten ‚entarteten’ Kunst nach dem zweiten Weltkrieg und die damit verbundene Auseinandersetzung um eine neue Kunstrichtung.  In diesem Rahmen wurden Werke von Marcks, Grzimek, Seitz, Uhlmann, Heiliger und Stomps vorgestellt. Danach haben die Schüler noch die Gelegenheit gehabt, sich das Brücke-Museum anzuschauen und dadurch eine von den Nationalsozialisten verfolgte und nach dem Krieg rehabilitierte Kunstbewegung kennen zu lernen, was zu den Themen der Führung im Kunsthaus natürlich gut passt.

So wird schon klar, warum ein Besuch des Kunsthauses für junge Schüler relevant ist: Die bewegte Geschichte des Gebäudes ermöglicht ihnen, mehr über die Geschichte Deutschlands von 1933-1945 zu lernen und die nationalsozialistische Architektur- und Kulturpolitik besser zu verstehen. Die Skulpturen der Ausstellungen spiegeln die politischen Spannungen dieser Zeit wider und illustrieren ganz deutlich die enge Verbindung zwischen Kunst und Politik.

Sie sind Lehrer/in oder Schulleiter/in und wir haben Ihr Interesse geweckt? Dann können Sie uns gerne per Email oder Telefon kontaktieren, wir würden uns sehr freuen, eine Führung mit Ihnen zu organisieren!


* Sogenannte Abibac-Klassen gibt es in Frankreich und in Deutschland und sie bieten Gymnasiumsschülern die Möglichkeit, sowohl das französische als auch das deutsche Abitur zu bekommen – dafür lernen sie die Geschichte beider Länder in der Fremdsprache und setzen sich mit der Literatur des Partnerlandes auseinander